Eine Frage, die sich jeder stellen
sollte, auch der, der meint, er hätte bereits den Sinn des Lebens
gefunden.
Das, was die meisten als Sinn des Lebens verstehen, ist das
persönliches
Empfinden, ob ihr Leben sinnvoll ist.
Doch: Ist der Sinn
des Lebens von unserem persönlichen Eindruck abhängig ?
Gibt es einen Sinn für unser
Leben außerhalb unseres Seins ?
Viele
machen den Sinn daran fest, ob das was sie tun, sinnvoll ist.
Aber: Hängt die Sinnhaftigkeit
unseres Lebens wirklich an dem, was wir tun?
Unsere Vorstellung
von Sinn
wird schnell in Frage gestellt, wenn wir das nicht mehr tun
können, was
wir selber als sinnvoll
erachten. Wenn z.B. Krankheit, Leid, Schwachheit
unser Leben
bestimmen.
Stell Dir vor, ein Schraubenzieher liegt hinter einem
Schrank auf dem Boden – ein ziemlich sinnloses Dasein, oder ?
Er wird gefunden und der Finder steckt ihn als Kunstobjekt in einen
Blumentopf als Zierde.
Ist nun sein Dasein sinnvoll ?
Manche sehen diesen Schraubenzieher und freuen sich daran, finden es
lustig, bewundern die Idee dessen, der das gemacht hat.
Aber ist das nun der Sinn des Schraubenziehers?
Sicher, es ist
besser, als einfach sinnlos rumzuliegen.
Aber er wurde für etwas anderes erdacht und hergestellt. Der
Herrsteller hat ihn gemacht, um damit Schrauben raus- und reindrehen zu
können. Das ist sein Sinn !
Um das zu verstehen
müssen wir zurück an den Anfang, an den
Ursprung des Menschen:
1. Mo
1,26 "Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen nach
unserem Bild, uns ähnlich."
Wir sehen hier
einen Bruch in der
bisherigen
Beschreibung der Schöpfung.
Dieses „Laßt
uns“ (wörtl. „wir
wollen“) zeigt uns die tiefe Absicht Gottes für unsere Existenz.
Warum bin ich
da? Was soll ich hier ? Weil Gott diesen Entschluss gefasst hat, sich
ein Bild zu
machen, das ihm gleich sei.
Dieser Grund
für meine
Existenz ist unabhängig von meiner Stellung zu Gott. Ob ein
Mensch an ihn glaubt oder nicht - er ist deshalb geschaffen worden, um
als Ebenbild Gottes zu leben.
Was dies
bedeutet, verstehen wir umso besser, wen wir uns diesen Vers
genauer betrachten:
„und
Gott sprach“
(Gott sah, dass es
gut war =
Abschluss) Die ganze Schöpfung war zwar gut, man könnte
meinen, es reicht aus, aber
sie war noch unvollkommen ohne den Menschen.
Dies zeigt uns auch
Kap 2,5:
die Schöpfung funktionierte nicht ohne den Menschen.
"Es war aber noch kein Strauch des Feldes gewachsen auf der Erde, noch
irgendein Kraut auf dem Feld; denn Gott der HERR hatte es noch nicht
regnen lassen auf der Erde, und es war kein
Mensch da, um das Land zu bebauen."
Die Erde konnte
nicht ohne
Gottes Handeln aber auch nicht ohne des Menschen Handeln so sein, wie
sie
gedacht war. Siehe auch Vers 6 (hier hat Gott bewässert, aber es
musste dennoch erst der Mensch geschaffen werden, um sie zu bebauen).
Gott hat den Menschen von Anfang an als
verantwortungsvolles Wesen geschaffen. Gott ist nicht abhängig von
dem
Menschen, aber hat ihn verantwortlich gemacht. Das bedeutet:
Das, was
der Mensch
tut und
was er nicht tut, hat Auswirkungen (positiv wie negativ) – nicht allein
auf ihn
selbst bezogen,
sondern auf die ganze Schöpfung. (Missbraucht der
Mensch seine Verantwortung oder nimmt er sie nicht wahr gibt es Not in
der Welt)
Das ist der erste
Aspekt der
Ebenbildlichkeit.
– eine andere Art
des Redens
(zuvor heißt es immer: „und Gott sprach…und Gott machte“)
- Im Vers zuvor:
„die Erde
bringe
hervor“ Apell an die bestehende Schöpfung.
– Doch bei der
Erschaffung des Menschen: gemeinsames Werk
des Vaters
und des Sohnes. Aufforderung zu sich („wir“)
– dies zeigt den
besonderen Willen, den Gott für dieses "Projekt" hat.
- hier wird betont,
dass die
ganze Dreieinigkeit Gottes (der Vater, der Sohn, der Heilige Geist) bei
Erschaffung des Menschen involviert ist. Der
Mensch
ist das „Ergebnis“ aus der Kommunikation des Vaters, des Sohnes und des
Geistes
untereinander.
Im NT
wird es noch deutlicher, dass die ganze
Dreieinigkeit an der Erlösung – und damit an der Wiedergeburt, der
Neuschöpfung
- beteiligt ist (Johanes-Evangelium 14,17+23 – wer wohnt in den
Gläubigen ?).
Für den Sohn war
sogar schon klar, was dies bedeuten würde, da er bereits vor
Grundlegung der
Welt auserwählt war, das Lamm zu sein. (1.Petr
1,19-20)
ein
Bild (w. in unserem Bild)
(wörtlich: Schattenbild)
Im 2.Gebot: wir
sollen uns kein
Götzenbild („Bildnis“)
von Gott machen – Gott hat sich selbst ein Bild gegeben. (in 2.Mo 20
wird ein anderes Wort
als in
1Mo1,26 verwendet)
- „unserem“:
Offenbarung der Dreieinigkeit (Bild ist Einzahl) steht in
direktem Zusammenhang mit der Erschaffung des Meschen. Damit wird
deutlich,
dass der
Mensch die Dreieinigkeit widerspiegeln soll.
Die
Ebenbildlichkeit macht jeden
Menschen
wertvoll: 1.Mo 9,6 (der Mensch steht unter dem persönlichen
Schutz Gottes)
„uns
gleich“ (entsprechend unserem Gleichnis) (nachmachen, ähneln – w.
gemäß unserer Gleichheit )
Kann der Mensch
überhaupt
Gott ähnlich sein? Sollen wir nun Gott ähnlich werden oder
nicht?
„Gleichnis“: bringt
etwas zum
Ausdruck, aber es ist nicht ganz dasselbe.
Was ist nun die
Sünde, für die Adam erurteilt wurde?
Gleichheit in Gottes
Souveränität/ Göttlichkeit sein zu wollen ist entgegen
Gott, aber es ist nicht falsch seinem Wesen und
seinem Charakter ähnlich sein zu wollen.
In den Gleichnissen
Jesu zum
Reich Gottes, wird Gott meist mit einem Menschen verglichen. „Mit wem soll ich vergleichen?“ – das ist das
gleiche gr. Wort wie in 1.Mo 1,26 (LXX)
Der Mensch ansich
ist aber
ist als Gleichnis geschaffen worden. An seinem Wesen und Tun kann etwas
von
Gottes Wesen erkannt werden. Darum hat der Mensch auch gleich den
Auftrag
bekommen, über die Erde zu herrschen. Diese Herrschaft sollte
natürlich die Herrschaft widerspiegeln, wie Gott sie auf die
Erde ausübt (verantwortungsvoll, positiv gestaltend und
bewahrend).
Nun ist
aber durch den Sündenfall das Gleichnis
entstellt. Der Mensch hat sich von Gott entfernt und spiegelt
nicht mehr Gottes Wesen wider, sondern handelt in eigener Regie. Die
Konsequenzen sehen wir Tag für Tag.
Auch ohne
Sündenfall/
Erlösung gibt es ein sinnvolles Leben. Der Sinn – die Absicht
Gottes für
den Menschen - ist
durch den Sündenfall nicht verloren gegangen, aber der verlorene
Mensch lebt nicht
mehr
entsprechend diesem Sinn.
Durch das
Evangelium kam
nicht erst der Sinn des Lebens in diese Welt. Er war schon immer da,
aber durch das Evangelium werden Menschen wieder
zurückgeführt, dass sie entsprechend ihrem Sinn leben
können.
Der Mensch soll
nicht nur ein
Gleichnis für einzelne Eigenschaften Gottes sein, sondern auch
für die
Beziehungen der drei Personen innerhalb des einen Gottes.
Liebe zu Gott und
den
anderen,
Gott und den anderen dienen,
Gott verherrlichen.
Gleichnis
sein: Das ist nur
in Abhängigkeit zu Gott möglich. Selbst Jesus – als Mensch –
handelte in vollständiger
Abhängigkeit zum Vater: Joh 12,49:
„Denn ich habe
nicht aus mir
selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein
Gebot
gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.“
Ebenso tat auch der
Hl. Geist
nichts aus sich selbst.
Jesus
ist das vollkommene Gleichnis
Von
Jesus wird gesagt: Hebr
1,3 (Er ist Abdruck des Wesens Gottes vgl.
Münze, die das Gesicht des Kaisers abbildete.): d.h. das
vollkommene Ebenbild,
die exakte Wiedergabe des Wesens Gottes. An Jesus sehen wir 100%-tig,
wie Gott
ist. Er ist wirklich „Gemäß unserem Gleichnis“, er ist das
Gleichnis selber !!
„Bild“:
Schatten (nur möglich, wenn auch
realer Gegenstand, der seinen Schatten wirft). Darum gibt es auch viele
Übereinstimmungen zw. AT und Christus. Nicht nur prophetisch,
sondern Gott hat
Freude daran, wenn Menschen etwas von dem widerspiegeln, was den Sohn
offenbart. Darum konnten die Schreiber des NT auch Ereignisse des AT
immer
wieder auf Christus beziehen.
Weil Jesus das
vollkommene
Bild ist, kann er auch uns zu seinem Bild machen.
Erlösung durch
Jesus Christus
führt den Menschen zu dem zurück, zu was eigentlich gedacht
ist. Durch Glauben:
wir werden hineingenommen in die Dreieinigkeit !
Formulierungen im NT: Christus in uns, Christus im
Vater, wir
in Christus. Der Geist in uns. Der Geist verwendet sich für uns.
Durch den Glauben
wohnt Jesus
in den Gläubigen. Er spiegelt sozusagen von Innen heraus und nicht
von außen.
Was man an uns sieht ist, wie sehr Jesus sein Leben nun in uns leben
kann und
wieviel davon nach außen dringt. (das
ist die
Herrlichkeit,
die wir verloren haben – Rö 3,23)
Was
bedeutet das nun für unser alltägliches Leben?
Bergpredigt: wie
der Vater … (barmherzig, heilig, …) ist, so sollt auch ihr …
Briefe im NT: Gleichwie Christus
… so auch
ihr … (Liebe – Eph 5,2, Vergebung – Kol 3,13; )
Phil.: Habt
diese Gesinnung in euch, die auch in Christus war
Eph5,1: Seid
Nachahmer Gottes (Gleichnisse Gottes) als geliebte Kinder
(das ganze Kap. 5
im Epheserbrief ist ein
Zeugnis davon, wie wir „gleichwie Christus“ leben sollen. Widerspiegeln
der
Dreieinigkeit: Einheit in der Verschiedenartigkeit (Ehe, Familie,
Gemeinde)
1.Joh
4,19: Wir
lieben, weil Gott uns geliebt hat
Joh
17,26: damit
die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen
Joh
17,22:
eins sind, wie wir eins sind (siehe in Joh 17
wie oft das Wort „gleichwie“ vorkommt)
Diese Sehnsucht,
dieser
Wunsch ist auch ein wichtiger Aspekt in der Heiligung.
Das aktive Erwarten
auf das
Kommen Jesu und auf die vollkommene Gemeinschaft mit ihm ist mit
unserem Leben
hier und jetzt eng verbunden.
Plaulus
schrieb:
„Meine
Kinder, um die ich noch einmal
Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“ (Gal 4,19)
Kol 1,27-28
„Christus in
euch. Die Hoffnung der Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir, indem
wir jeden
Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden
Menschen vollkommen in Christus darzustellen.“