Die Angst vor Sekten wird immer größer. Viele wollen sich nichtauf
Glaubensgemeinschaften einlassen, da sie befürchten, einer Sekte zu
verfallen.
Und das mit gutem Grund ! Es gibt immer mehr Gruppierungen, von denen
man leider sagen muß, daß es sich um eine Sekte handelt.
Andererseits aber darf man nicht den Fehler machen, alles in einen Topf
zu werfen, und jede Gemeinschaft, die außerhalb der traditionellen
Kirchen steht, gleich als Sekte anzusehen.
Es bedarf einer genauen Prüfung der Glaubensinhalte und der Praktiken
dieser Gemeinschaften.
Hierzu möchten wir Ihnen einen Fragenkatalog anbieten, dazu ein
paar Kennzeichen nennen und Ihnen anbieten, zu einzelnen Gruppierungen
Informationen einzuholen.
Wenn Sie eine Gruppe beurteilen wollen, können Sie folgende
Fragen stellen:
-
erhebt die Gruppe einen exklusiven Anspruch ?
d.h., daß keiner außerhalb der Gruppe gerettet oder
erlöst werden kann, bzw. ewiges Leben erhält.
-
stehen die Leiter oder der Gründer dieser Gruppe im Vordergrund
?
Die Gruppe steht und fällt mir ihrem Gründer oder dessen
Nachfolger. Wenn diese Person nicht mehr da wäre, würde die Gruppe
nicht mehr lange existieren. Die Gläubigen erwarten mehr von dieser
Person Hilfe als daß sie mit Gott selber Kontakt haben. Meist wird
diesen personen bedinungslos vertraut und sie werden als Mittler zwischen
Gott nd Mensch angesehen.
-
gibt es eine mehrklassige Aufteilung der Gläubigen ? d.h. es
gibt eine elitäre Spitze, die als "erleuchtet" oder "vollkommen" oder
"bereits erlöst" gilt, während der Großteil der Gruppe
diesen Zustand noch nicht erreicht hat.
-
gibt es Autoritäten (Personen oder Schriften), die außerhalb
der Gruppe keinerlei Anerkennung haben ? Meist haben Sekten einen oder
mehrere Propheten oder Prophetinnen, die durch zusätzliche Offenbarungen
die eigentliche Glaubensgrundlage schaffen. Im Gegensatz zur Bibel sind
diese Personen jedoch nur innerhalb der Gemeinschaft anerkannt.
-
gibt es Geheimwissen, das nur innerhalb der Gruppe zugänglich ist
?
Oft sind wichtige Glaubensinhalte nur denen zugänglich, die schon
länger der Gruppe angehören. Für andere bleibt dies verborgen.
Im Gegensatz dazu ist die Bibel Gottes Offenbarung an alle Menschen.
Ihr ist nichts hinzuzufügen, daher ist für alle die Offenbarung
Gottes zugänglich.
-
werden die Menschen durch Zwang zur Ausübung religiöser Tätigkeiten
gebracht ?
Bei den meisten Gruppen ist die Teilnahme an den vorgegebenen Aktivitäten
Pflicht und hängt oft auch mit der erlangug des Heils zusammen. Die
Motivation ist dann eher Angst als Freude und Liebe zu Gott und den Menschen.
Dies ist allerdings schwer zu erkennen, da sehr oft die Mitglieder dies
leugnen.
-
werden Mitglieder der Gruppe von ihrem normalen Sozialgefüge (Familie,
Freunde) isoliert ?
Es wird kein Wert auf Familie gelegt. Die Eltern werden nicht mehr
respektiert und Ehepartner oder Kinder werden vernachlässigt.
-
Wird ein Haßgefühl (Feindbild) gegen Nicht-Mitglieder gebildet
?
Nicht-Mitglieder werden als Gefahr für die Gruppe angesehen. Dabei
wird ein starkes Feindbild aufgebaut. Die "anderen" sind nicht mehr die,
die gerettet werden müssen, sondern vor denen man sich schützen
muß. Dies hängt dann auch mit dem vorherigen Punkt zusammen.
Kennzeichen einer Sekte:
Sekten haben meist einen Gründer, der bestimmt, was zu glauben
ist. Dieser baut entweder auf traditionellen Formen auf oder behauptet,
einen ganz neuen Weg zum Heil gefunden zu haben. Selten berufen sich diese
Gruppen auf geschichtliche Entwicklungen. Vielmehr scheinen sie wie aus
dem Nichts zur Erkenntnis der Wahrheit gekommen zu sein.
Die Mitglieder sind abhängig von der Gruppe. Ein eigenständiges
Glaubensleben ohne die Gruppe wird als unmöglich angesehen.
Die Mitglieder bekommen innerhalb dieser Gruppe oft Zusatzinformationen
ohne diese es nicht möglich ist, erlöst zu werden.
Die Lehre oder Glaubensaussagen dürfen nicht hinterfragt werden,
sondern müssen akzeptert werden. Eine Diskussion über einzelne
Themen ist oft unerwünscht. Es geht vielmehr darum die Wahrheiten
zu vertiefen.
Was nicht als Sekte zu bezeichnen ist:
die Christen galten sogar als jüdische Sekte, weil sie zunächst
aus jüdischem Umfeld kamen. Das Christentum leugnet auch nicht diesen
Ursprung, da der Glaube sich durchaus auf die jüdische Geschichte
beruft und die Glaubwürdigkeit Jesu unter anderem in der Erfüllung
der vielen Alttestamentlichen Prophezeiungen liegt.
Viele sehen auch eine Gruppe als Sekte an, die sich von den religiösen
traditionellen Formen ihrer Gesellschaft lösen.
Aber eine Loslösung von traditionellen Formen bestimmt noch nicht
eine Sekte. Schon immer gab es reformatorische Bewegungen in der Kirche,
die dazu geführt haben, daß Abspaltungen entstanden sind. Wichtig
ist, daß das Glaubensfundament (die Bibel) nicht verlassen wird.
Zu behaupten, daß die Bibel Gottes Wort ist und daß alles,
was darin steht wahr ist, ist noch nicht sektiererisch. Wichtig ist, wie
diser Anspruch ausgelebt und in die Tat umgesetzt wird.
Abgrenzung zu anderen Religionen ist noch kein Zeichen einer Sekte,
da der Wahrheitsanspruch des Christentums durchaus Realität ist. Eine
andere Religion kann kritisiert und bewertet werden, dabei darf aber der
Respekt vor dem Meschen selber nicht verloren gehen.
Einen bestimmten Weg des Heils verkündigen: "Nur Jesus rettet"
- das ist noch nicht sektiererisch. Gefährlich wird es, wenn die Gruppe
meint, daß alleine bei ihnen als Mitglied es möglich ist, einen
echten Glauben an Jesus zu haben.
Glaubensgemeinschaften und deren Lehren anhand der Bibel zu beurteilen
ist aber nicht sektiererisch. Die Heilige Schrift fordert uns dazu auf,
zu prüfen und Lehren an ihr zu messen.
Möchten Sie gerne ausführlichere Informationen zu diesem
Thema oder haben Sie konkrete Fragen zu einzelnen Sekten ? Dann schreiben
Sie uns bitte:
(tom@echtes-leben.de)